"Kunst für Sieger"

Wolfgang Ullrich im Gespräch mit Klaus Heid über die Ausstellung „Macht zeigen – Kunst als Herrschaftsstrategie“:

„WAS AN KUNST HEUTE AUF DEN MARKT GELANGT, IST FÜR DIE SIEGER DER GESELLSCHAFT GEMACHT.“

 

Heid: Prof. Ullrich, vor zehn Jahren erschien Ihr Buch „Mit dem Rücken zur Kunst: Die neuen Statussymbole der Macht“. Ist die Ausstellung „Macht zeigen – Kunst als Herrschaftsstrategie“ eine Fortschreibung Ihrer damaligen Untersuchung und zeigen sich neue Tendenzen in der Allianz zwischen Kunst und Macht?

Ullrich: Ja, die Vokabel ‚Fortschreibung’ trifft es gut! Einerseits lässt sich noch dasselbe diagnostizieren wie vor zehn Jahren, nämlich dass bei einem erstaunlich hohen Prozentsatz der Repräsentanten der Macht moderne Kunst das beliebteste Accessoire ist. Es hat also keinen Wechsel hinsichtlich der Statussymbole gegeben: Wer sich als modern, weltoffen, willensstark und gebildet präsentieren und für wichtige Funktionen als geeignet erscheinen will, präsentiert sich nach wie vor am liebsten zusammen mit einem grellen, oft gestisch gemalten abstrakten Bild.

 

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