Interview mit A. Oetker
Es ist nicht egal, in welchem Raum man sich befindet und wie der Raum aussieht, auf welchem Stuhl man sitzt und wie der gestaltet ist. Und es ist auch nicht egal, was an den Wänden hängt.
Wenn diese Kunst eine gewisse Qualität, individuelle Ausstrahlung und Kraft hat, dann geht man morgens mit größerer Freude zur Arbeit. Aus diesem Grund hat der Wurstfabrikant Karl Ludwig Schweisfurth (Herta) sogar seine Fabrikräume künstlerisch gestaltet.
Das kann man sicher nicht wissenschaftlich nachweisen, aber sie reizt auf jeden Fall die Phantasie. Man bekommt einen neuen Blick.
Absolut. Es ist wichtig, daß die Mitarbeiter nicht in Kästchen denken. Wenn wir etwas Innovatives schaffen müssen, ist eine Kombination aus Verstand und Phantasie gefragt. Und Phantasie gibt es in jedem Fall in der Kunst, manchmal auch Verstand und Phantasie. Das ist anregend. Man beginnt, darüber nachzudenken, wer man ist, was man tut, was man kann und was man nicht kann.
Nein, so weit würde ich nicht gehen. Sie können Kunst fördern, aber sie haben natürlich einen Geschäftszweck. Aber ich bin überzeugt davon, daß derjenige, der Kunst fördert, seinem Geschäftszweck letztlich auch dient.
Daß die Deutsche Bank die Berliner MoMA-Schau gefördert hat, hat ihr zweifellos geholfen. Immer dann, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung abstrakt ist, ist der Bedarf für so etwas wie Kunst oder Kultur größer. Banken oder Versicherungen brauchen diese Art der Kommunikation in einem höheren Maße als etwa Autokonzerne. Heute gehören für große Unternehmen solche Aktivitäten einfach dazu, und auf diese Weise bekommen sie auch bessere Mitarbeiter.
Zitiert aus http://www.vision-stadt21.de/lev-kulturkreis-bku.htm